Auswärtsniederlage bei starken Lions
Am Sonntagmorgen ging es für unsere SG Schaumburg/Cassel auf den weiten Weg zum Spitzenspiel am Jadebusen. Der Gastgeber Northern Lions, Spielgemeinschaft aus Varel und Rastede, ist mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet und war in der vergangenen Saison das einzige Team, das dem jetzigen Regionalligisten SV Odin eine Niederlage zufügen konnte. Entsprechend haben wir uns in der Außenseiterrolle eingefunden und uns darauf eingestellt, den Lions das Leben möglichst schwer zu machen.
In den ersten 10 Minuten konnten die Gastgeber mit starker Abwehrarbeit und einzelnen Gegenangriffen gut in Schach gehalten werden, bis der Druck in der 12. Spielminute zu groß wurde. Die Lions nutzten ein Lineout an unserer 22m-Linie als Plattform für einen Angriff mit vier schnellen Phasen, die zum ersten Versuch mit erfolgreicher Erhöhung des Spiels führten.
Der anschließende starke Ankick von Marius Näfe wurde von den Lions so nah an der Seitenauslinie gefangen, dass Lock Daniel Naumann den Empfänger direkt ins Aus tacklen konnte - Lineout Schaumburg/Cassel innerhalb der gegnerischen 22m. Zwei Phasen später konnte Center Janik Schaper auf der weiten Seite zwei Tackles brechen und den Ball hinter der Linie zum Versuch platzieren. Die anschließende Erhöhung verwandelte Näfe zum Ausgleich.
Die nächsten 10 Minuten waren wieder geprägt von der erwarteten harten Verteidigungsarbeit. Vereinzelte Gegenangriffe wurden von starken Lions immer wieder unterbunden. In der 25. Spielminute konnten die Lions erneut eine Lücke zum erfolgreichen Versuch finden. Danach folgte ein offener Schlagabtausch, in dem kein Team überzeugend aufspielen konnte und der von vielen Straftritten innerhalb der eigenen Hälften auf beiden Seiten geprägt war. Erst in der 34. Spielminute konnten wir uns einen Straftritt in aussichtsreicher Position erarbeiten, der von Näfe erfolgreich zwischen die Stangen gekickt wurde.
Zum Ende der ersten Hälfte führte ein Durchbruch von Schaper auf der linken Seite zu einem Straftritt nah am gegnerischen Malfeld, der von Sven Maibaum schnell angespielt wurde. Maibaum wurde vom Gegner unerlaubt aus dem Abseits gestoppt, der folgende Vorteil resultierte in einem wilden Ansturm, der jedoch von den Lions wieder und wieder gestoppt wurde. Damit kratzte unsere SG zwar am Versuch zur Führung, musste sich aber dennoch mit einem Rückstand in die Halbzeitpause verabschieden.
Zum Start der zweiten Hälfte eroberten die Northern Lions selbst den eigenen Ankick und fanden in einer SG, die zum Teil noch in der Halbzeitpause schien, direkt mehrere Lücken auf dem Weg zum Versuch. Danach fanden wir nie wieder den Weg zurück ins Spiel. Die restliche zweite Halbzeit fand überwiegend in der eigenen Hälfte statt, war deutlich härter und durchsetzt von Streitereien und Nicklichkeiten. Am Ende konnten die Northern Lions mit drei weiteren unbeantworteten Versuchen ihre Aufstiegsambitionen untermauern. So mussten wir uns leider nach einer vielversprechenden ersten Halbzeit mit einer 10:47 Niederlage auf den Heimweg machen.
Duell auf Augenhöhe in Osnabrück
Bei schönstem Oktoberwetter wurden wir von einem motivierten Osnabrücker RFC empfangen. Nach dem Ankick zeichnete sich schnell ab, dass wir ein hartes Spiel vor uns haben werden, in dem aber auch einiges zu holen sein würde. Die ersten Angriffe von Osnabrück konnten durch stabile Defensivarbeit abgewehrt werden. Gute Kicks ins weitgehend ungedeckte Backfield der Osnabrücker schafften immer wieder Raumgewinn und führten zu eigenen Angriffsmöglichkeiten. Ein früher Straftritt durch Marius Näfe bringt uns in der 6. Minute mit 3:0 in Führung. In der 13. Spielminute bot ein Lineout nach Strafkick tief in der gegnerischen Hälfte die aussichtsreichste Plattform für einen Angriff. Von dort aus schickt Näfe Janik Schaper in eine Lücke in der Osnabrücker Hintermannschaft. Versuch SG Schaumburg-Cassel, erfolgreiche Erhöhung Näfe, 10:0. Im Gegenzug folgte wieder eine lange Spielphase in der wir von Osnabrück in unserer eigenen 22-m-Zone förmlich eingeschnürt wurden. Viele Straftritte gegen uns führten dazu, dass wir permanent im Rückwärtsgang agieren mussten. Die gute, harte Verteidigung kostet dann irgendwann zu viele Körner, so dass Osnabrück in der 20. Spielminute den Anschlussversuch legen kann. Bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit findet das Spiel ebenfalls weitestgehend in unserer Hälfte statt. Mangelnde Disziplin um die Kontaktpunkte herum führt immer wieder zu Strafkicks für Osnabrück. Es ist nur der harten und ungewöhnlich gut sortierten SG-Verteidigung zu verdanken, dass wir nicht in Rückstand geraten. Durch eine gelbe Karte gegen Mattis Krömer nach etwa 32 Minuten muss die verbleibende Zeit der ersten Hälfte dann auch noch in Unterzahl verteidigt werden. Trotzdem schaffen wir es unser Malfeld wieder und wieder zu verteidigen. Ein SG-Gedränge kurz vor der eigenen 5-m-Linie gibt die Möglichkeit zur Befreiung. Doch anstatt nur Raumgewinn zu erzielen, kann Janik Schaper den anschließenden Befreiungskick erobern und durch eine gekonnte Fußballeinlage bis tief in die gegnerische Hälfte weiterbefördern, wo er den Ball schlussendlich zum Versuch ablegen kann. Die verbleibenden Minuten bis zur Halbzeit sind ein offener Schlagabtausch, in dem wir trotz Unterzahl die schwindenden Kräfte der Osnabrücker immer wieder für gute Angriffe nutzen können. Mit einer Führung von 17:7 gehen wir dann in die verdiente Pause.
Die zweite Halbzeit beginnt mit vielen kurzen und langen Kicks auf beiden Seiten. Ein zu kurzer Befreiungskick der Osnabrücker kann von Malte Brandt bis zur gegnerischen 22-m-Linie zurückgetragen werden, wo er Näfe auf der Außenbahn ins Spiel bringt. Nach einer weiteren Phase schnappt sich Krömer den Ball aus dem Ruck und kann ihn zum dritten Versuch einlaufen. Eine weitere gute Erhöhung durch Näfe führt zu einer bequemen Führung von 24:7. Danach wird umgestellt, Näfe verlässt den Platz, für ihn kommt der erfahrene Kasseler Robert Horn zu seinem Debut für unsere SG und Maibaum übernimmt die Verbinderposition. Kurz danach kann Osnabrück nach einem Lineout die so entstandene Unordnung bei der SG-Hintermannschaft nutzen. Eine einfache Crashlinie führt zum Durchbruch, der auch durch den beherzten Einsatz von Verbindungshalb Valentin Seeger nicht gestoppt werden kann. 24:14, Osnabrück ist wieder dran.
Der weitere Spielverlauf bleibt geprägt von vielen Straftritten gegen die SG und die weiterhin solide Abwehrarbeit. Das harte Spiel hinterlässt aber auch bei den Osnabrückern Spuren, die deutlich weniger Auswechselspieler hatten. So gelingt es uns deutlich öfter als in Halbzeit eins Angriffe zu fahren und das Spiel auch in der gegnerischen Hälfte stattfinden zu lassen. Etwa in der 60. Spielminute gelingt es unserem Lock Daniel Naumann eine misslungene gegnerische Gasse nahe deren 5-m-Linie zu erobern. In der nächsten Phase schaltet Maibaum am schnellsten und nutzt eine große Lücke um zum vierten Versuch einzulaufen. Die Erhöhung ist wieder erfolgreich, 31:14, Bonuspunkt für die Tabelle sicher. Kurz danach gibt es erneut einen Straftritt in aussichtsreicher Position, der von Maibaum zum 34:14 verwandelt wird. In der 72. Spielminute findet Osnabrück erneut nach einem Lineout den Weg in unser Malfeld zum 34:19. Osnabrück schafft es wieder uns daraufhin in der eigenen Hälfte einzuschnüren und wieder tun wir uns mit mangelnder Disziplin keinen Gefallen. Viele Straftritte gegen uns führen schlussendlich zu einer gelben Karte gegen das ganze Team, für die Kapitän Maibaum den Platz verlassen muss. Näfe übernimmt von der Bank wieder die Verbinderposition in Unterzahl. Nach einem Straftritt für uns, der von Näfe knapp an die gegnerische 22-m-Linie befördert wird, bietet das Lineout erneut eine gute Angriffsplattform. Wie bereits in Hälfte eins wird Schaper in eine Lücke geschickt und erst vom Schlussmann kurz vor der 5-m-Linie hart gestoppt. Ein schneller Ball von Seeger auf Nils Schröder gibt diesem freie Bahn zum fünften Versuch. Unmittelbar im Anschluss nach Ankick von Osnabrück kann Schaper den Ball durch die gesamte Osnabrücker Verteidigung bis zur 22-m-Linie tragen, wo er Krömer bedient, der wiederum aus dem Tackle per Offload den mitgelaufenen Schröder zum sechsten und letzten Versuch ins Malfeld schickt. Nach unserer Rechnung hätte der Endstand 44:19 lauten sollen, in der Tabelle wurde er mit 37:19 eingetragen, so oder so war es ein erfolgreiches Spiel, das mit einem weiteren Bonuspunkt belohnt wurde. Großes Lob und großer Dank geht an die Osnabrücker, die uns trotz sehr weniger Auswechselspieler ein hartes, aber sehr faires Spiel geliefert und sich nie aufgegeben haben. Neben Janik Schaper, der wie so oft durch individuelle Klasse aufgefallen ist, sollen an dieser Stelle noch Daniel Naumann für seine vielen guten, harten Tackles und Nils Schröder für seine starke Arbeit im Angriff hervorgehoben werden.
👑 Die Royals setzen dem 1. Spieltag die Krone auf 🔴🔵⚪
Anderthalb Jahre nach dem Rückzug aus der Verbandsliga meldet sich der Royal RFC Schaumburg in einer Spielgemeinschaft mit dem RC Cassel in der Verbandsliga zurück. Im ersten Spiel der Verbandsliga Nord Staffel 1 traten die Royals am Samstag, den 7. September auswärts in Bethen gegen die SG Cloppenburg/ Oldenburg an. Entsprechend der Regelungen in der Verbandsliga wurde 12er Rugby gespielt. Ein Großteil des Teams wurde von den Schaumburg Royals gestellt und bestand aus einer Mischung erfahrener Spieler sowie junger Talente aus der eigenen Nachwuchsarbeit.
Ab der ersten Minute merkte war zu spüren, dass die SG Schaumburg/Cassel nicht gekommen ist Gastgeschenke zu verteilen. Insbesondere in der ersten Halbzeit zeigten die Stürmer harte Ballvorträge und eine bislang nie gesehene Souveränität bei den Standardsituationen, währenddessen die Hintermannschaft mit schnellen Läufen kaum aufzuhalten war. Der erste Versuch für die SG Schaumburg / Cassel fiel nach einem Gedränge in der gegnerischen Hälfte auf der linken Seite für die SG Cloppenburg / Crusaders. Janik Schaper sicherte sich nach einem Tackle den Ball und Sven Maibaum leitete den Angriff ein den der junge Hakler Alexander Karsten zum Versuch rechts außen ablegen konnte. Nach einer Abseitsposition der SG Cloppenburg / Oldenburg in Höhe der Mittellinie entschloss sich die SG Schaumburg / Cassel den Straftritt ins Aus zu schießen, um den Ball in die Gasse einwerfen zu dürfen. Die Gasse war erfolgreich und Spielertrainer Marius Näfe (Schaumburg) spielte einen kurzen Innenpass auf He Wang (Kassel), der ohne Berührung ins Malfeld einlaufen konnte. Beide Versuche wurde sicher von Marius Näfe erhöht. Die erste Halbzeit verlief nach demselben Muster. Zwar hatten beide Teams nahezu gleich viele Angriffsbälle, jedoch konnte die SG Schaumburg / Cassel die Angriffe resolut verteidigen und spielte die Angriffe meistens über die Hintermannschaft konsequent zu Ende. Alle 7 Versuche in der ersten Halbzeit wurden erhöht und Kapitän Sven Maibaum legte kurz vor Ende der 1. Halbzeit 3 Punkte zum Halbzeitstand 7:45 obendrauf.
In der zweiten Halbzeit nutzte die SG Schaumburg / Cassel die Kadertiefe aus und wechselte auf verschiedenen Positionen, damit jeder Spieler genügend Spielerfahrung sammeln konnte und auszuprobieren, wie sich das Team ohne die Leistungsträger schlägt. Das Momentum war durch die Wechsel nicht mehr so stark auf Seiten der SG Schaumburg / Cassel. Ein 50/22 Kick (ein technisch anspruchsvoller Kick während des offenen Spiels aus der eigenen Hälfte, der in der gegnerischen Hälfte aufkommt und 22m vor der Endzone ins Aus rollt) von Sven Maibaum und der darauffolgenden eigenen Gasse nutzte Marius Näfe aus, um seinen 2. Versuch an dem Tag zu legen. Über weite Teile der 2. Halbzeit plätscherte das Spiel vor sich hin, ohne dass Punkte erzielt wurden. Ein Versuch der SG Cloppenburg / Oldenburg gegen Ende der 2. Halbzeit rüttelte die SG Schaumburg / Cassel wach. Der Neuzugang aus Braunschweig Daniel Naumann legte seinen ersten Versuch für die Royals (einziger Versuch ohne Erhöhung) und Janik Schaper legte den letzten Versuch der Partie, der zum Endstand 14:64 erhöht wurde.
Besonders freuen sich die Royals darüber, dass mit Daniel Naumann, Klas Klimmek, Jakob Westphal sowie den vier südafrikanischen Freiwilligendienstleistenden Monica Mazibukwana, Thandeka Phukatha, Milisa Lamani und Sinalo Mtshizana sieben Spieler Ihr Debüt gegeben haben.
